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Erhaltungskosten als Werbungskosten: Voller Ansatz bei Tod des Vermieters

(ho) Mit sogenannten Werbungskosten können Vermieter in der Steuererklärung ihre Mieteinnahmen zulässig verschlanken. Denn diese Werbungskosten stehen in notwendigem Zusammenhang mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, die steuerlich anzugeben sind. Anders formuliert: Sie waren im Steuerabrechnungszeitraum notwendig, um die Mieteinnahmen zu generieren.

Dieses Prinzip gilt insbesondere auch für Kosten der Instandhaltung oder der Modernisierung eines vermieteten Hauses. Der Vermieter hat ein Wahlrecht, ob er die verauslagten Kosten sofort auf einen Schlag gegenrechnet oder auf 2 bis 5 Jahre verteilt (§ 82b Abs. 1 Satz 1 EStDV). Nehmen wir an, der Vermieter hat sich für eine Verteilung auf mehrere Jahre entschieden - und stirbt, noch bevor die Werbungskosten in voller Höhe steuerlich geltend gemacht sind. Die Finanzverwaltung wollte dann an der gewählten jährlichen Aufteilung festhalten (so R 21.1. EStR 2012); der Bundesfinanzhof (BFH) belehrt eines Besseren (Urteil vom 18.11.2020 - IX R 31/19, NJW-Spezial 2021, 296) und erlaubt den vollen Ansatz aller noch nicht steuerlich angesetzten Instandhaltungs- und Modernisierungskosten im Sterbejahr des steuerpflichtigen Vermieters.

Dazu der entschiedene Sachverhalt:
Dem verstorbenen Ehemann gehörte ein Zweifamilienhaus, aus dem er Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bezog. Die verauslagten Werbungskosten teilte er im steuerlichen Ansatz auf 5 Jahre auf. Während dieses Zeitraums starb er. Bezogen auf das Sterbejahr machte seine Ehefrau die noch ausstehenden Kostenanteile als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt wollte das nicht mitmachen. Die Ehefrau klagte bis zum BFH - erfolgreich.

© Dr. Hans Reinold Horst

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